„Das letzte Einhorn“ – Eine Weihnachtsreise in mein kindliches Herz

Es gibt Dinge, die begleiten uns ein Leben lang – kleine Rituale, scheinbar nebensächliche Traditionen, die doch tief in unserer Seele wurzeln. Für mich ist es „Das letzte Einhorn“. Jedes Jahr zur Weihnachtszeit kehrt es zurück in mein Leben – dieses alte, wunderschöne, traurige Märchen. Und jedes Jahr berührt es mich aufs Neue.

Schon als Kind war es für mich mehr als nur ein Film. Es war ein Gefühl. Eine zarte Melancholie, die sich inmitten der festlichen Freude still ihren Raum nahm. Ich fühlte mich damit oft allein – als wäre ich die Einzige, die so empfindet, die das Schöne im Traurigen sehen kann. Vielleicht war das mein erstes Bewusstsein davon, dass Magie nicht für alle sichtbar ist.

„Das letzte Einhorn“ erzählt nicht nur eine Geschichte – es offenbart eine Wahrheit über das Leben. Eine Wahrheit, die weh tut, aber gerade deshalb so kostbar ist. Denn in einer Welt voller Illusionen, in der Blender und Fassaden regieren, bleibt das Einhorn das, was wir längst verloren haben: Reinheit. Ehrlichkeit. Einsamkeit.

Nur wenige können es noch sehen – jene mit reinen Herzen, wie der Zauberer Schmendrick oder die verwitterte, aber warmherzige Molly. Sie erinnern uns daran, dass Magie keine große Geste braucht. Sie liegt im Staunen, im Mitfühlen, im Festhalten an dem, was man trotz Schmerz liebt.

Und dann ist da König Haggard – die tragische Figur. Gefangen in seiner eigenen Leere, auf der verzweifelten Suche nach Glück, das er sich nicht selbst schenken kann. Er sperrt das Schöne ein, kontrolliert es, aus Angst, es zu verlieren. Und doch: Seine Kälte ist nichts als Ausdruck einer tiefen Einsamkeit.

Vielleicht spiegelt sich in diesem Märchen auch mein eigenes Empfinden wider – das stille Wissen, dass das Magische zerbrechlich ist. Dass es Mut braucht, es zu bewahren. Weihnachten ist für mich nicht nur Lichterglanz und Geschenke. Es ist auch ein Innehalten, ein Erinnern daran, wer ich war, als ich noch träumen konnte.

Und so sitze ich jedes Jahr wieder da, mit warmem Tee und schwerem Herzen, und lasse mich vom letzten Einhorn zurücktragen – zu dem Kind, das es sehen konnte.

Handlung

Der böse König Haggard will das schönste aller Einhörner für sich haben. Deshalb hat er dem Roten Stier befohlen, alle Einhörner der Welt zusammenzutreiben. Nur noch ein Einhorn ist übriggeblieben und erfährt von einem Schmetterling die schreckliche Wahrheit. Schnell macht es sich auf den Weg, um seine Artgenossen zu retten. Auf dieser gefährlichen Reise lernt es den unbegabten Zauberer Schmendrick und die Räuberbraut Molly Grue kennen, die sich dem Einhorn sogleich anschließen.

(Quelle: Wikipedia)

Erscheinungsdatum: 19. November 1982 (Vereinigte Staaten)
Direktoren: Arthur Rankin, Jules Bass
Musik: Jimmy Webb
Titellied: Das letzte Einhorn

Soundtrack

When the last eagle flies
Over the last crumbling mountain
And the last lion roars
At the last dusty fountain
In the shadow of the forest
Though she may be old and worn
They will stare unbelieving
At the Last Unicorn

When the first breath of winter
Throught the flowers is icing
And you look to the north
And a pale moon is rising
And it seems like all is dying
And would leave the world to mourn
In the distance hear her laughter
Of the Last Unicorn

I’m alive, I’m alive

When the last moon is cast
Over the last star of morning
And the future has passed
Without even a last desparate warning
Then look into the sky where through
Through the clouds a path is torn
Look and see her how she sparkles
It’s the Last Unicorn

I’m alive, I’m alive

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